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DIE MACHER |
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Im Newsletter 03/03 stellte ich euch Frank, den Diplomingenieur vor. Er hatte bereits in jungen Jahren eine eigene IT-Firma mit 10 Angestellten, die er allerdings verkaufen wollte. Ein Jahr später kam alles ganz anders. "Die Wirtschaftskrise war schuld, es gab einfach keine neuen Aufträge mehr," erklärte Frank sachlich.
Dadurch hatte er ein handfestes Problem. Die Kosten blieben, die Einnahmen gingen schlagartig zurück. Solange noch Geld in der Kasse war, konnte man weiter machen, aber auch die tiefsten Taschen haben einen Grund. Er musste sich also von Mitarbeitern trennen. Einige hatten bereits vorgesorgt und sich anderweitig umgesehen. Anderen, die sich schon immer selbstständig machen wollten, gab er einen Teil der noch laufenden Aufträge als Startkapital mit und wurde teilweise selbst Teilhaber in diesen neuen Firmen. Bis auf einen Mitarbeiter, der sich arbeitslos meldete, wurde allen geholfen einen Neuanfang zu machen. Frank selbst behielt natürlich seine Firma, die jetzt auf Sparflamme läuft.
"Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt," sagen einige Leute und meinen damit, dass sich Planen nicht lohnt, "weil sich so wie so immer alles ändert."
Ist das so? Frank hatte ja auch seinen Plan, und plötzlich kam alles ganz anders. Hätte er besser nicht planen sollen? Aber ganz und gar nicht. Franks wirkliches Ziel war es ja, den Laden zu verkaufen, und danach vom Süden Europas aus mit freien Mitarbeitern und ohne Büro zu arbeiten. Der Verkauf war zwar gescheitert, aber der Traum lebte weiter . Er nutzte die Flaute geschickt aus und hatte endlich Zeit, um Spanisch zu lernen. Den ersten Sprachkurs hat er schon beendet, und weitere in Kuba und Mexiko stehen auf dem Programm. In einem Jahr will er mit dem Neuaufbau seiner Firma beginnen. "Was soll ich jetzt meine Kräfte verschwenden, wenn die Wirtschaft einfach noch einige Monate braucht, um wieder anzuspringen?" meinte er. Das ist klug gedacht.
Das Geld scheint kein Problem zu sein. Erstens hatte er als Unternehmer etwas gespart, und zweitens hat er über die Teilhaberschaft mit seinen ehemaligen Mitarbeitern und seiner Minifirma immer noch einen kleinen Geldzufluß.
Einen Macher ganz andere Art traf ich in der Jugendherberge Konstanz. Wir reisten zufällig zur gleichen Zeit an und mussten warten bis die Rezeption geöffnet wurde. Er war vielleicht achtzehn Jahre alt, blond mit kurzem Pferdeschwanz, schwarzen Anzug mit buntem heraushängenden Hemd und völlig locker drauf. Er begann die "Le Monde" zu lesen, und ich fragte mich, was er wohl von Beruf sein könnte. Kellner? Reporter? Schauspieler?
Nichts von alledem traf zu. Er stand kurz vor dem Abi und nutze die Herbstferien, um sich Unis anzuschauen. BWL wollte er studieren, und deshalb kam er gerade von der renommierten Uni in St. Gallen. Jetzt wollte er die Uni in Konstanz testen. "Bereits der Empfang im Sekretariat sagt viel über eine Uni aus," war seine Meinung. "Dann spreche ich noch mit Studenten, und vielleicht mit einem Prof. und das reicht für mich." Bevor er zurück ins Emsland fährt, wollte er noch die Uni in Mannheim besuchen.
Dieser Wahnsinnstyp wird seinen Weg machen. Er ist locker drauf und kennt sein Ziel. Keiner kann diesen Mann stoppen.
Ähnliches passierte mir in der Jungendherberge in Graz. Diesmal waren es Mutter und Tochter. Die Mutter Amerikanerin mit österreichischer Abstammung ,die an einem Institut in München arbeitete. Die Tochter kurz vor dem Abi und auf der Suche nach einer Uni. Sie wollte Modedesignerin werden.
"Wir kommen gerade aus Wien, wo ich dem Professor meine Mappe vorgelegt habe," erklärte sie. Das ist für Kunststudien üblich. Man muß einfach zeigen ,was man kann. "Der Prof. war nett, aber die Uni nicht zu vergleichen mit der in Rhode Island." Dort gibt es offenbar die beste Modedesignerschule der USA. Wer dort graduiert hat, findet sofort einen Job. Ob das so ist, weiß ich nicht, aber die 25.000 Dollar Studiengebühren pro Jahr sind für uns Europäer natürlich ein Schocker. Obwohl die Zukunft im Detail ungewiss war, freute sich die Tochter bereits riesig auf ihr Studium, egal wo es sein wird.
Alle drei Beispiele haben eines gemeinsam, jeder hatte ein klares Ziel, und jeder arbeitete aktiv an seiner Zukunft. Sein Ziel zu finden ist nicht leicht. Nur wer sich mit sich selbst beschäftigt, über seine Interessen nachdenkt, die Augen offen hält, sich beraten lässt, mal ein Praktikum macht und sich traut auch einmal über den eigenen Zaun zu schauen, der wird seinen Weg finden.
Zusammenfassung: Der Schlüssel zum Erfolg liegt immer bei uns selbst. Wenn wir nicht wollen, dann passiert gar nichts. Wenn wir aber unser Ziel haben, dann werden wir auch unseren Weg finden, selbst wenn vorher einige Steine wegzuräumen sind. Garantiert!
Bis bald Carl
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