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KEIN WEIHNACHTSMÄRCHEN |
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Wer kann es einem 14-jährigen Mädchen verdenken, das sie Kosmetikerin werden will? Aber dafür gibt es keine Lehre, erst muss ein „ordentlicher“ Beruf gelernt werden, dann kann man sich zur Kosmetikerin weiterbilden. Monika begann deshalb als Verkäuferin in einer Parfümerie. Leider musste sie mehr putzen als Kunden beraten und brach ihre Lehre innerhalb von zwei Wochen ab. Damit war der erste Traum erst einmal beendet.
Sie begann aber sofort mit einer Lehre zur Bürokauffrau, und zwar in einer Fabrik für Ledertaschen – große Überraschung: Der Duft von Leder wurde auf einmal ihr Lieblingsparfüm. Kein Wunder, dass man sie bald immer öfter in der Werkstatt als am Schreibtisch finden konnte. Die Lehre schloss sie dennoch ordnungsgemäß ab.
Aber Monika hatte neue Pläne, sie wollte raus in die weite Welt. Auch das ist ein weit verbreiteter Wunsch. Sie machte ihn wahr und arbeitete für ein Jahr als Verkäuferin in London. Von dort brachte sie gleich ihren Freund nach Deutschland mit zurück. Die Liebe hielt nicht, und sie ging fünf Jahre auf Wanderschaft.
Doch plötzlich wurde sie an ihre alte Liebe, das Leder, erinnert. Die Nachricht, dass der einzige Feintäschnermeister ihrer Lehrfirma verstarb, war das Signal. Sie hörte mit der Reiserei auf, ging in die Lederstadt Offenbach und absolvierte dort endlich die Lehre zur Feintäschnerin. Danach wollte sie sich natürlich gleich selbständig machen, aber dafür war der Meisterbrief notwendig. Leider begannen die Meisterkurse sehr selten und sie hätte weite Strecken zur Schule zurücklegen müssen. Also entfernte sie sich erneut von ihrer großen Liebe und ging wieder auf Wanderschaft. Dieses Mal war Südamerika dran. Es folgten Hochzeit, Kind und Scheidung.
Aber nur wer seine Träume nicht vergisst, hat eine Chance, dass sie sich erfüllen. Für Monika kam diese Chance. Die Gesetze wurden geändert. Ab Anfang 2004 brauchte man für die Geschäftseröffnung im Feintäschnerhandwerk keinen Meisterbrief mehr. Drei Monate später eröffnete sie ihre Lederwerkstatt in Baden-Baden. Ihr Traum wurde endlich wahr. Jetzt hat sie den ganzen Tag den Geruch des Leders in ihrer Nase. Endlich ist sie angekommen. Um Kunden braucht sie sich nicht zu sorgen. Aufträge gibt es genug. Jeder hat eine kaputte Ledertasche, viele brauchen eine Sonderanfertigung. Kunden kommen von hundert von Kilometern angereist, ja selbst aus München.
Fazit: Es gibt viele Berufe, aber nur sehr wenige, die wirklich zu uns passen. Wir sollten deshalb nicht eher Ruhe geben, bis wir unseren Traumberuf gefunden haben.
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Wo ist die Arbeit? | Künstlerlohn ist Hungerlohn
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